Austausch in Grafton 2017 - Freundschaft international

Erinnerungen an Tomaten pflücken für Hilfsbedürftige, Begegnungen mit jungen Amerikanern und Franzosen sowie Bilder vom Time Square und der Freiheitsstatue bringen Jugendliche aus den USA mit nach Hause. Nach der Reise beschäftigt die Air-Berlin-Pleite die Verantwortlichen von Operation Friendship (OF).

(stn/ui) Tränen flossen in Strömen beim Abschied der zehn Jugendlichen aus dem Landkreis und der Stadt Weiden von ihren amerikanischen Gastgebern auf dem Flughafen in Boston. Zusammen mit Betreuer Maximilian Käs waren sie mit dem internationalen Austauschprogramm von OF drei Wochen in Grafton in Massachusetts.

Für die Gruppenreise hatte OF über ein Reisebüro die Rückzahlung einer Anzahlung in vierstelliger Höhe mit Air Berlin vereinbart. Die aber erfolgte zunächst nicht und schien in der Insolvenz der Fluggesellschaft mit abgestürzt zu sein. Am Wochenende gab Vorsitzender Gerhard Steiner Entwarnung: "Das Geld ist auf dem Konto eingegangen." Andernfalls wäre der auch durch Spenden finanzierten Verein vor dem Problem gestanden, den Verlust aufzufangen.

Untergebracht waren die Gäste in den USA bei Gastfamilien, deren Kinder zum Teil im vergangenen Jahr in der Oberpfalz waren. Bei ihnen war die Wiedersehensfreude besonders groß. Bei den Ausflügen und Aktionen war auch eine OF-Gruppe aus Paris dabei. Es ging in die Bundeshauptstadt Boston. In einer Schokoladenfabrik durfte jeder eine eigene Tafel kreieren und in der PEZ-Fabrik erhielten alle die PEZ-Dispenser.

Beim Hilfsprojekt der "Community Barn" pflückten die jungen Erwachsenen Tomaten für Hilfsbedürftige und jäteten Unkraut auf einem Süßkartoffelfeld. Höhepunkt war der zweitägige Aufenthalt in New York. Bei der Bootsfahrt mit der Staten Island Ferry beeindruckten die Skyline von Manhattan sowie die Freiheitsstatue. Anschließend ging es zur 9/11 Gedenkstätte, zum Rockefellercenter und zur St. Patricks Kathedrale. Begeistert waren sie vom Lichtermeer am Times Square sowie am nächsten Tag von Central Park samt Zoo und dem Metropolitan Kunstmuseum.

Der Besuch des Freizeitparks Six Flags bereitete viel Spaß, und Kondition war gefragt beim Wandern durch den Purgatory Chasm, eine durch die Gletscherschmelze geformte Felsenlandschaft. Fahrten ans Meer, Kanu - und Kajakfahrten, Bowlen und Shoppen rundeten das Programm ab. Etwas Besonderes war der Regional Day, bei dem sich die Gruppen aus Grafton mit der OF Gruppe aus Palmer und deren Gästen aus Wales und von der Halbinsel Krim trafen.

"Man hat auf der einen Seite viel gesehen, aber auch viel Zeit miteinander verbracht, etwas ganz anderes als der normale Familienurlaub", schwärmt die 16-jährige Elisa Bäumler aus Weiden. Da sie mit einer jungen Französin in einer amerikanischen Familie wohnte, frischte sie sogar ihre Französischkenntnisse auf. Auch die 16-jährige Schirmitzerin Marie Eckert ist begeistert. "Es ist sehr interessant, so viele verschiedene Menschen auf einmal kennenzulernen und zugleich auch noch ein super Programm zu erleben, wie den Besuch von New York oder Boston."

Ähnlich formulierte es die 14-jährige Amerikanerin Abi, deren Familie sowohl eine Deutsche wie auch eine Französin als Gast aufgenommen hatte: "Es ist wunderbar, so viele verschiedene Leute kennenlernen zu dürfen." Sie sprach von einer unglaublichen Erfahrung, nicht vergleichbar mit normalen Reisen. Für sie waren die kleinen Unterschiede besonders interessant. So stellte sie fest, dass die Europäer das Wasser unter der Dusche nicht die ganze Zeit laufen lassen. "Es ist cool, sagen zu können, dass man Freunde in einem anderen Land hat", meinte die 15-jährige Kelsey aus Grafton.

"Awesome. Das war eines der besten Erlebnisse, die ich in meinem Leben hatte. Ich bin stolz darauf, dass ich meinen Kindern eine solche Möglichkeit bieten konnte", freute sich Tony Mansfield, ein Gastvater und Mitorganisator. Genauso positiv sieht es Gastmutter Kristen Sidman, die selber vor 35 Jahren als Teenager am OF-Austauschprogramm teilgenommen hatte. "Das Zusammenleben in einer Familie bietet einzigartige Einblicke in die Kultur des jeweiligen Landes. Das ist mit Nichts zu vergleichen." Im nächsten Sommer steht wieder ein Besuch der Amerikaner bei Gastfamilien im Landkreis an. So mancher amerikanische Jugendliche möchte bei dieser Gelegenheit seine deutschen Freunde wieder treffen. Neue Interessenten dürfen sich melden.

(Quelle: https://www.onetz.de/neustadt-an-der-waldnaab/vermischtes/mit-operation-friendship-in-den-usa-freundschaft-international-d1775609.html)

 

Time Square New York

Die Jugendlichen Deutschen, Franzosen und Amerikaner beim zweitages Ausflug nach New York City.

Erntehelfer

Neben Besichtigungen und viel Spaß beteiligten sich die Gäste in den USA am Tomatenpflücken zugunsten eines Hilfsprojekts.